Die Geschichte der Feuerwehr Konnersreuth

Die Konnersreuther Feuerwehr wurde laut Urkunde des Bayrischen Landes-Feuerwehrverbandes am 07. Juni 1891 gegründet. Nach einem Mitgliederbuch, dass die Kriegseinwirkungen der beiden Weltkriege überlebt hat, haben sich damals 64 Konnersreuther Bürger zu diesem Entschluß zusammengrfunden. Der Verein wurde unter der seinerzeitigen Vorstandschaft von Lorenz Weiß, geb. 09.11.1843, ins Leben gerufen.

Schon im Jahr 1893, erhielt die Wehr von der Gemeinde die heute noch vorhandene Handdruckspritze, die bei einer Generalüberholung vielleicht sogar noch einsatzbereit wäre und jetzt einen würdigen Standplatz im Eingangsbereich des neuen Feuerwehrgerätehauses gefunden hat. Zusätzlich wurde damals zum Feuerschutz im Ortsteil Winkl ein unterirdisches Wasserbecken mit 50 cbm Inhalt errichtet.

15 Jahre nach der Vereinsgründung, am 24. Juni 1906, feierte man die Fahnenweihe. Die damalige Fahne überlebte alle Wirren der Kriege und dient auch heute noch dem Verein. In den sechziger Jahren und erneut 1998 mußte zwar eine Renovierung durchgeführt werden, die alten Stickereien wurden dabei aber vollständig im Original erhalten. Die Patenschaft bei der Fahnenweihe wurde von der Nachbarwehr aus Waldsassen übernommen.

Die Auswirkungen des ersten Weltkrieges gingen dann auch am Verein nicht ohne Folgen und Spuren vorüber. Eine stattliche Anzahl von Vereinsmitgliedern mußten für das Vaterland Ihr Leben opfern. Im Anschluß an den ersten Weltkrieg erlebte der Verein dann einen ungeahnten Aufschwung, wobei die stattliche Mitgliederzahl von 258 Mitgliedern erreicht worden ist.

Dieser Mitgliederstand konnte erst in den letzten Jahren wieder erreicht, und Dank einer steten und erfolgreichen Jugendarbeit, sogar deutlich überschritten werden.

1931 wurde der auch heute noch vorhandene Handwagen mit der ersten Motorspritze (Typ Flader) angeschafft; wer seinerzeit den Kauf tätigte, ist auch trotz intensiver Nachforschung nicht mehr feststellbar.

Während des 2. Weltkrieges wurde dann im Jahr 1942 vom Luftschutzverband die zweite Motorspritze (Metz) zur Verfügung gestellt, die auch heute noch bei einigem guten Wille Ihre Einsatzbereitschaft zeigt. Abermals wurde durch die Kriegsfolgen der Mitgliederbestand ordentlich dezimiert. Trotzdem begann man schon am 28.03.1946 mit dem Wiederaufbau des Vereins. 28. Mitglieder sind namentlich festgehalten, die sich damals um diese "Wiederbelebung" verdient gemacht haben. Leider sind aber Protokolle über die Vereinsführung vor dem 1. Januar 1950 nicht mehr vorhanden. All diese Unterlagen wurden, bis auf ein schon genanntes Mitgliederbuch durch die Geschehnisse im 2. Weltkrieg vernichtet.

Eine Normalisierung im Vereinsleben kann man dann ab dem Jahr 1949 wieder feststellen. Aus einem Vermerk geht hervor, dass der Verein damals ohne einen Pfennig Guthaben mittellos dastand. Mit Theatern, Konzerten und ähnlichen Veranstaltungen habend die seinerzeit Verantwortlichen dem Verein wieder ein einigermaßen normales Gesicht verliehen und auf die Beine geholfen. Ihnen gilt heute noch unser besonderer Dank.

Der Höhepunkt nach den Kriegswirren war am 18. Juni 1950 die Veranstaltung des 60-jährigen Gründungsfestes. Vom Erlöß wurde im Jahr 1951 auch das erste Feuerwehrfahrzeug durch den Verein für die hiesige Wehr zum Preis von 2.400 DM angeschafft. Später wurde dieses Fahrzeug an das Klostergut Fockenfeld verkauft, wo es auch noch einige Jahre seinen Zweck erfüllte. Am 20. Juli 1952 wurde durch die Konnersreuther Wehr die Patenschaft für die Freiwillige Feuerwehr Pechofen-Großbüchelberg übernommen.

Die Einweihung einer neuen Motorspritze (Ziegler TS 6/6) die dringend für den Feuerschutz erforderlich war, konnte am 19. Juli 1953 gefeiert werden. Die Gemeinde mußte dafür ca. 3.000 DM aufwenden.

In Juni 1954 wurde ebenfalls durch die Gemeinde eine Feuersirene für das Rathaus angeschafft; bis dahin war bei Notfällen und Feuergefahr immer mit den Glocken der Pfarrkirche die Alamierung durchgeführt worden. Zieht man hier einen Vergleich zu heute, so muss man feststellen, dass sich schon einiges geändert hat. Durch weitere Anschaffung von Sirenen wurde die Alarmbereitschaft der Wehr erheblich verbessert, wobei später die Alamierung entweder manuell oder per Funk von der Zentrale in Tirschenreuth ermöglicht wurde.

 Eine wesentliche Verbesserung für den Brandschutz brachte dann auch der Bau der öffentlichen Wasserversorgung im Jahr 1960. Aus Hydranten konnte nun nahezu im gesamten Ortsbereich Wasser für die Brandbekämpfung entnommen werden.

Am 31. Juli 1960 fand das 70-jährige Gründungsfest statt. Wiederum wurden 2.500 DM aus dem Festerlös für die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges (Opel Blitz) der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Es handelte sich um ein Löschgruppenfahrzeug LF 8. Der seinerzeitige Kaufpreis betrug 26.500 DM. Um zur Kostenminderung für die Gemeinde beizutragen, sammelten die Mitglieder der Konnersreuther Feuerwehr zusätzlich bei allen Haushalten in Konnersreuth und den umliegenden Ortschaften. Am 4. November 1962 konnte dieses Fahrzeug seiner Bestimmung übergeben werden und hat 18 Jahre lang der Wehr zur Verfügung gestanden. Großen Schaden durch Rostfraß hatte das Fahrzeug in einem feuchten Unterstellraum neben dem Rathaus erlitten.

Nachdem das 70-jährige Gründungsjubiläum reibungslos über die Bühne gegangen war, feierte man am 18. Juli 1965 das 75-jährige Vereinsfest.

In den folgenden Jahren wurde durch die Gemeinde in kurzen Zeitabständen wesentliche Anschaffungen getätigt, die den Feuerschutz im Ort wesentlich verbessert haben. Dies waren 1966/67 im Winkl der Bau einer unterirdischen Löschwasserzisterne, 1970 die Anschaffung von 2 Handsprechfunkgeräten, 1972 die Ausrüstung der Wehr mit schweren Atemschutzgeräten und 1973 der Einbau eines stationären Funkgerätes (FuG 7 b) in das Löschgruppenfahrzeug. 

Als erste weibliche Löschgruppe im Landkreis Tirschenreuth errang 1972 eine Damengruppe das Leistungsabzeichen in Bronze. Eine weitere Damengruppe konnte 1979 wiederum als erste im Landkreis die Jungendleistungspange erreichen.

Am 5. August 1973 konnte endlich das schon viele Jahre dringend notwendige neue Feuerwehrgerätehaus eingeweiht werden. Unsagbare Schwierigkeiten und Probleme mußten dabei überwunden werden, um den Bau zu ermöglichen.

Vom 12. - 14. Juli 1980 feierte der Verein das 90-jährige Gründungsfest. Dabei übernahm, der schon verstorbene Bayrische Ministerpräsident, Dr. h.c. Alfons Goppel, die Ehrenschirmherrschaft und war auch beim Fest höchstpersönlich in Konnersreuth anwesend. Höhepunkt war sicherlich am Festsamstag die Einweihung des neu angeschafften Löschgruppenfahrzeuges LF 8 schwer (Magirus). Zur Senkung der enormen Aufwendungen der Gemeinde von rund 161.000 DM blieb es auch diesmal dem Verein vorbehalten, sein Schärflein beizutragen. Die Vereinsführung beschloß, dass ein großer Teil aus dem Reinerlös des Jubelfestes dem Markt Konnersreuth als Zuschuß zur Verfügung gestellt wird; es war dies ein stolzer Betrag von 13.000 DM.

Auf Initiative des früheren KBM Josef Günthner wird im Jahr 1982 erstmals ein Gedächtnistag mit einem Gottesdienst und einem Kameradschaftsabend zu Ehren des hl. St. Florian abgehalten. Als Termin wird jeweils der erste Samstag im Mai festgelegt. Auch die Gemeindefeuerwehren aus Neudorf und Höflas beteiligten sich. Bis heute ist dieser Florianstag zu einer festen Einrichtung unserer Wehr geworden und sollte dies auch bleiben.

Um den Feuerschutz im Ort weiter zu verbessern wurde im Oktober 1983 aus Vereinsmitteln der Feuerwehr ein gebrauchtes Tanklöschfahrzeug TLF 16 (Magirus) von der Feuerwehr Eggenfelden angeschafft und an die Gemeinde übergeben. Die Funkausstattung und die technische Ausrüstung wurden ebenfalls durch die Feuerwehr mittels einer Spendenaktion finanziert.

1985 erwirbt der Verein eine Musikanlage (Verstärker mit Mikrophon und Kassettenteil) für ca. 1.600 DM. Ebenfalls wird durch den Verein im gleichen Jahr eine Wasserstrahlpumpe zum Einsatz bei Kellerüberflutungen angeschafft. Von der Gemeinde wird für den gleichen Zweck eine Tauchpumpe TP4/1 zur Verfügung gestellt.

1991 stand das 100jährige Jubelfest an. Ehrengast war dabei Staatssekretär Dr. Günther Beckstein, jetziger Innenminister in Bayern, der in Vertretung für den Ehrenschirmherren und damaligen Bayer. Ministerpräsidenten, Dr.h.c. Max Streibl, erschienen war.

Nachdem Anfang der neunziger Jahre im Bereich der Waldsassener Straße eine Luftschutzsirene die auch für die Feueralamierung genutzt wurde, abgebaut werden mußte, erfolgte 1992 die Umstellung auf die stille Alamierung. Von der Gemeinde wurden 35 Funkmeldeempfänger angeschafft und die aktiven Kameraden konnten nun über diese kleinen Geräte zum Einsatz gerufen werden.

Ebenfalls 1992 wurde das vorhandene Tanklöschfahrzeug durch ein gebrauchtes Fahrzeug, TLF 16/25 (Magirus) von der Stadt Münchberg ersetzt. Auch hier trat die Feuerwehr als Finanzier auf und nahm der Gemeinde die Ausgabenlast ab. Von den Gesamtkosten über 13.000,- DM schlugen 6.000,- DM für die Vereinskasse zu Buche. Auch der Verkaufserlös für das Vorfahrzeug fand mit für die Anschaffung Verwendung.

Von 1993 - 1999 waren nach den geltenden neuen Sicherheitsvorschriften die Neuanschaffung von Sicherheitsgurten, Schutzanzügen (Bayern2000) und Überjacken erforderlich. Diese Ausstattung, wie auch die neu ins Leben gerufenen Schutzanzüge für die Jugendfeuerwehr, wurden durch die Gemeinde angeschafft.

Fast zeitgleich, im Jahr 1993, hat wieder der Verein aus eigenen Mitteln einen Rettungssatz (Schere und Spreizer) sowie einen Rettungszylinder und ein neues Stromaggregat angeschafft. Dies wurde erforderlich um der gestiegenen Anzahl von technischen Hilfeleistungen entgegenzutreten. Dieses Rettungsgerät wurde einige Jahre später noch um einen kleinen Rettungszylinder und einige Zusatzgeräte ergänzt.

Nach 27 Jahren, im Januar 1994 ging die Ära unseres langjährigen Vorstandes zu Ende. Engelbert Härtl stellte sich nicht mehr zu Wahl. Sein Nachfolger wurde Franz Pflaum.

1995 beteiligte sich der Verein an einer umfassenden Renovierung beim Feuerwehrgerätehaus an der Hauptstraße im Rahmen von Maßnahmen der Dorferneuerung. Mit einem Arbeitsaufwand von 425 freiwilligen Arbeitsstunden konnte der Gemeinde ein Betrag von rund 7.500 DM eingespart werden.

1996 bauten im Auftrag der Feuerwehr einige aktive Mitglieder selbst einen Beleuchtungsmast auf das Löschfahrzeug. Im gleichen Jahr wurde aus Vereinsmitteln ein Hochleistungslüfter zur Rauchfreimachung von Räumen und Gebäuden angeschafft.

In den Jahren 1997 bis 1999 war durch die erfreuliche Zunahme der aktiven Mannschaft auch eine Zusatzbeschaffung für Meldeempfänger erforderlich.

Gleichzeitig fiel auch im Jahr 1999 durch den Marktrat der Startschuß für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses. Durch die beengten Platzverhältnisse, fehlende Räume und die total unzureichenden Parkplätze war schon nach einer Kostenprüfung im Jahr 1990 durch die Gemeinde ein Neubau, der Vorzug vor einer Generalsanierung des bisherigen Gebäudes gegeben worden. Die Feuerwehr hat während der Planungs- und Vorbereitungsphase gegenüber der Gemeinde versichert, soviel als möglich an Eigenleistungen zu erbringen. Betragsmäßig ergab sich nach einer Summierung aller Einzelgewerke die Riesensumme von 450.000 DM. Ein Vorhaben oder eine Zusage die manchen ein Kopfschütteln oder auch ein unverständliches Lächeln abverlangte. Im Jahr 1999 wurde mit dem Einschlag des Dachstuhlholzes im Gemeindewald "Rehberg" begonnen. Dies war auch der Beginn für eine nun fast 3,5 jährige Bauzeit, die vielen Feuerwehrmitgliedern enormes abverlangte.

Der Einsatz, die Mühen und Entbehrungen wurden jedoch belohnt. Am Vortag zum Beginn des 110jährigen Gründungsfestes vom 22. - 24. Juni 2002 kann die herbeigesehnte Einweihung des neuen Gebäudes an der Pfarrer-Schuhmann-Str. 11 erfolgen. Ein schmuckes, zweckmäßiges und stilvoll eingerichtetes Gebäude kann seiner Bestimmung übergeben werden. Bleibt zu hoffen, dass dieses Gebäude für die nächsten Jahrzehnte den geforderten Ansprüchen gerecht wird.

Seit 2002 läuft der Dienstalltag im neuen Feuerwehrhaus mehr als erfolgreich und harmonisch. Viele Einsätze wurden bereits von der Pfarrer-Schuhmann-Straße aus gefahren und manchmal kamen wir auch am nächsten Tag erst von der Übung nachhause.

 Auch weiterhin beteiligt sich der Verein maßgeblich an der Finanzierung von neuen Geräten und Materialien um die Gemeinde zu entlasten. Im Jahr 2003 konnte ein Wassersauger vom Typ Kärcher NT601K angeschafft werden. Dieses Gerät steigert den Einsatzerfolg bei den immer häufiger werdenden Unwettereinsätzen enorm. Durch die Gemeinde wurden im Frühjahr 2003 unsere alten Atemschutzgeräte (BJ. 1973) durch neue Preßluftatmer vom Typ AUER AirMaxx mit neuen Superleicht-Flaschen getauscht. 4 neue Masken sowie "Nomex-Hauben" als Hitzeschutz komplettierten die Ausrüstung. Die neuen Geräte wurden in Eigenleistung durch den Atemschutz- und den Gerätewart eingebaut. 2 Imkerschutzanzüge wurden ebenfalls durch den Verein beschafft.

Ein weiteres Highlight war im September 2004. Das lange ersehnte und benötigte Mehrzweckfahrzeug traf ein. Die Genehmigung durch die Regierung, verbunden mit einer 40%igen Förderung erfolgte 2003. Die Wahl fiel nach erfolgter Ausschreibung auf einen VW LT 35 TDI mit Hochdach, der Ausbau erfolgte durch die Firma Furtner und Ammer aus Landau an der Isar.

Ende 2008 wurde eine Neubeschaffung für das Alte TLF 16/25 durch den Marktgemeinderat Konnersreuth, einstimmig beschlossen. 2009 wurden mehrere Löschfahrzeuge besichtigt und in Absprache mit Marktgemeinde und Landkreisführung beschlossen, das ein HLF 20/20, beschafft werden soll. Nach erfolgter Ausschreibung konnte der Auftrag an die Firma Iveco Magirus in Ulm erteilt werden.

2009 erhielten wir als Spende von der Versicherungskammer Bayern einen neuen "mobilen Rauchverschluß" für Türen. Einen Beamer für unseren Unterrichtsraum im Wert von 1100 € erhielten wir von der Bäckerei Kutzer Anfang 2010.

Am 26.9.2010 war es dann so weit. Unser neues HLF wurde eingeweiht, das inzwischen 37 Jahre alte TLF wurde verkauft. Das Fahrzeug kostete 330.000 € und wurde von der Gemeinde finanziert. An Zuschüssen gab es 130.000 €. Das Fahrzeug steht nun im Mittelpunkt der Wehr und ist für die verschiedensten Einsätze geeignet. Zum neuen Rettungssatz von Weber wurde auch ein Stab Fast System mit angeschafft.

2012 Die Jugendfeuerwehr Konnersreuth feiert das 10 jährige Gründungsfest verbunden mit der Jugendolympiade an der sehr viele Jugendfeuerwehren aus dem Landkreis Tirschenreuth teilnahmen.

Durch eine Spende unseres ehem. aktiven Mitglieds und Chef des gleichnamigen Backhauses Robert Kutzer  erhielten wir einen DEFI für die sog. Frühdefibrillation. Dieser, ca. 1200 Euro teure Lebensretter ist auf dem MZF verlastet und kommt hoffentlich nie zum Einsatz.

2013 erstmals in der Geschichte der Feuerwehr Konnersreuth absolvierte eine Gruppe das LAZ Wasser Ü 40.