Info zur neuen Integrierten Leitstelle in Weiden


Ab sofort gibt es nur noch eine Notrufnummer, europaweit die 112, und nur noch einen Alarmierungsweg. Das ist für die Sicherheit der 224000 Menschen in den Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth sowie in der Stadt Weiden ein großartiger Fortschritt. Niemals zuvor konnte in Notfällen effektiver geholfen werden. 240 Feuerwehren, acht Rettungswachen des BRK, der Rettungshubschrauber Christoph 80 der DRF Luftrettung und 60 Dienststellen des Roten Kreuzes und anderer Hilfsorganisationen – insgesamt 758 Einsatzfahrzeuge, vom Schlauchboot bis zur Drehleiter – bringen innerhalb kürzester Zeit Hilfe, und das über Landkreis- und Regierungsbezirk-Grenzen hinweg. Die 3,4 Millionen Euro für die IlS sind bestens angelegt.

Von Martin Staffe

... persönlich, schnell und effizient alarmieren wir in der nördlichen Oberpfalz Rettungsdienste und begleiten Sie mit wichtigen Informationen, bis Hilfe vor Ort eintrifft. Für Ihre Sicherheit arbeiten 16 MitarbeiterInnen 24 Stunden rund um die Uhr im Schichtdienst in der Weidener Einsatzzentrale. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften hat dabei, neben der Hilfestellung für die Betroffenen am Telefon, höchste Priorität. Alle Leistungen zeichnen sich durch Schnelligkeit, Sicherheit, Ruhe und hohe Professionalität aus. Mitte 2012 soll die ILS Nordoberpfalz in Betrieb gehen.

Was heißt Integrierte Leitstelle (ILS)?

Eine "Integrierte Leitstelle" ist eine ortsfeste Einrichtung, in der die zur Bearbeitung und Aufgabenerledigung anstehenden verschiedenen Leitstellentätigkeiten bei vollständiger Durchdringung der Organisation, der Technik und des Personals erbracht werden. Ganz wesentlich ist dabei der Aspekt, dass in einer Integrierten Leitstelle jeder Leitstellendisponent alle anfallenden Aufgaben unter Nutzung der gleichen Technik nach gleichen Organisationsregeln und Handhabungen bearbeitet, d.h. dass er für die Wahrnehmung aller Leitstellenaufgaben auch entsprechend qualifiziert und ausgebildet sein muss.

Die Notrufabfrage und Alarmierung wird immer, unabhängig von der Schadenslage oder der Schadensgröße, bei der Integrierten Leitstelle durchgeführt. Die Integrierte Leitstelle wird damit zum Führungsmittel der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr - unabhängig von der hilfeleistenden Organisation und der Aufgabe (Rettungsdienst, Feuerwehr).

Wichtigste Aufgabenbereiche der ILS:

       Feuerwehralarmierung (abwehrender Brandschutz und technische Hilfeleistung)

       Rettungsdienst (Notfallrettung, Krankentransport, Notarztdienst)

       Alarmierung und Einsatz sonstiger Einheiten/Personen/Stellen, Unterstützung der FüGK und der ÖEL

       Alarmierung von örtlichen Einrichtungen organisierter Erster Hilfe (First Responder/Helfer vor Ort)

       Meldekopf der unteren Sicherheitsbehörde/Katastrophenschutzbehörde

       usw.

       Gemäß der einstimmingen Entscheidung des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmieurng Weiden i.d.OPf. wird die künftige Integrierte Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz im bestehenden Gebäude des BRK Kreisverbandes Weiden i.d.OPf. und Neustadt a.d. Waldnaab, am Standort Ulrich-Schönberger-Straße 11, errichtet. Derzeit finden Planungs- und Gutachterleistungen sowie die entsprechenden Vorprüfungen statt.

 

 

Alarmierungsplanung: Effektivität ist das Ziel

 

 Das Thema ist heikel. Wer soll zu welchem Einsatz fahren? Effektivität ist das Ziel. Nicht zu wenig Helfer, aber auch nicht zu viele Ressourcen binden. Beim Lehrgang Alarmierungsplanung in der Feuerwache Weiden erläuterten Vertreter der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried (SFSG) detailliert, wie an dieses Problem herangegangen werden kann.

Dazu waren neben den Feuerwehrführungskräften auch die Verantwortlichen der Kreisverwaltungsbehörden, die Leitung der Rettungsleitstelle sowie Vertreter der Hilfsorganisationen, von Wasser- und Bergrettung geladen. An drei Tagen wurden verschiedenste Szenarien durchgespielt.

Allein für die Feuerwehren wird es künftig 59 Einsatzstichwörter geben. Für jedes muss es eine Ausrückeordnung geben. Zudem muss auch festgelegt werden, wer neben der eigentlichen Wehr noch zur Unterstützung alarmiert wird. Hier gibt es verschiedenste theoretische Modelle, die vorgestellt wurden. Mit dem Lehrgang wurden nun die Grundlagen gelegt. In den nächsten Monaten sind nun Kreisverwaltungsbehörden und Feuerwehren gefordert, dies mit der Projektgruppe Alarmierungsplanung des ZRF umzusetzen. Theoretisch wird es für jeden Straßenzug in der Nordoberpfalz dann einen Alarmplan geben. Erfasst werden diese dann zentral in derkünftigen ILS. So dass Ende kommenden Jahres das Einsatzleitsystem ELDIS3 mit diesen Daten bereits "gefüttert" ist und jeder Einsatz dann auch optimal "abgearbeitet" werden kann.